Die Schule als "Treibhaus für Zukunft"
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Von Sylvia Binzegger, Gemeinderätin Schulen/Bildung, Baar


An der Veranstaltung „Zug hat gute Schulen" hat der Publizist Ludwig Hasler sich kürzlich Gedanken gemacht zum Auftrag der Schule, die Kinder und Jugendlichen auf Leben und Beruf vorzubereiten. Dauerhaft sei nur der Wandel, der Schule würden deshalb immer mehr Aufgaben aufgebürdet. Dabei verglich er die Schule mit einem Garten, der mit immer neuen Pflanzen zugepflanzt werde: Die einzelne Pflanze wachse so nicht zu ihrer Hochform.

Er dagegen forderte eine Schule als "Treibhaus für Zukunft". Sie könne den Jungen nicht einfach alles "beibringen", sie müsse deren Wachstum stärken. Gefragt seien nicht in erster Linie Kenntnisse, die heute schnell rosten, sondern Grundhaltungen wie Neugier und Lernlust. Nur damit würden wir künftige Situationen, die wir heute überhaupt nicht vorhersehen könnten, meistern. Lehrer sollen deshalb nach Hasler nicht Vermittler von Wissen sein, sondern diese Haltungen verkörpern und darin Vorbild sein. Die Lehrerin solle Lernlust vorleben, die Kinder lernen, weil sie ihre Lehrerin mögen und bewundern, für ihre Lebendigkeit, ihre wachen Augen, ihren Humor. Damit aber Lehrerinnen und Lehrer so sein könnten, sollten Eltern und Gesellschaft sie stärken, nicht auf ihnen herumhacken.

Jetzt, vor Ende des Schuljahres am 2. Juli, haben wir ausgezeichnete Gelegenheiten dazu, die Lehrerinnen und Lehrer mit Lob zu stärken! Es ist die Zeit von Abschlussveranstaltungen: Theater- und Musicalaufführungen, Konzerte, Vernissagen und Feste in Schule und Musikschule stehen auf dem Familienprogramm. Welcher Aufwand hinter all diesen Veranstaltungen steckt! Als Schulpräsidentin und Mutter schätze ich dieses Engagement der Lehrerinnen und Lehrer ausserordentlich. Der Kontakt zwischen Schule und Elternhaus wird gepflegt, im persönlichen Gespräch eine gemeinsame Basis geschaffen. Nutzen wir diese Gelegenheit, den Lehrerinnen und Lehrern unserer Kinder ganz persönlich für ihren Einsatz während des ganzen Schuljahres zu danken. Sie verdienen ein paar aufmunternde Worte!


Veröffentlicht im Polit Talk der Zuger Woche vom 9. Juni 2010