UBS - Too Big to Fail
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Von Christine Knüsel-Moos, Nationalratskandidatin CVP Baar

Die Schweiz ist ein sehr attraktiverFinanzplatz, und wir alle profitierendurchaus davon. Aber die Schweiz darf nicht haften für Risiken der Grossbanken. Die Grossbanken müssen sicherer werden.

Im Nationalrat wurde letzte Woche die Vorlage «Too big to fail» diskutiert. Wir erinnern uns: Im Herbst 2008 geriet die UBS während der Finanzkrise in eine gefährliche Schieflage. Der Bund, das heisst eigentlich alle Steuerzahlenden, mussten mit 50 Milliarden dafür sorgen, dass diese Grossbank nicht zusammenbrach. Ein Zusammenbruch hätte enorme und fatale Folgen fürdie Schweiz, die Arbeitsplätze, die Wirtschaft gehabt. Die Grossbank UBS ist zu gross, dass man sie einfach Konkurs gehen lassen kann, eben «too big to fail». Der volkswirtschaftliche Schaden eines Grossbankenkonkurses in der Schweiz ist zu gross.

So richtig der damalige Entscheid war, die UBS zu retten, so unbestritten war auch damals, dass diese Rettung auf Staatskosten nicht noch einmal vorkommen darf. Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen Risiken eingeht, die Gewinne einstreicht, und dann die Verluste der Gesellschaft überwälzt. Die Vorschläge der CVP forderten von den Grossbanken höheres Eigenkapital, das die Risiken etwas abfedern kann. Eine Expertengruppe fand einen Lösungsweg, der einerseits die Risiken für die Steuerzahlenden verkleinert, andererseits aber auch die Wettbewerbsfähigkeit der Banken und der Schweiz erhält.

In meiner beruflichen Tätigkeit an der Schweizer Börse sehe ich täglich, welche Chancen, aber auch welche Risiken der internationale Handel mit sich bringt. Die Schweiz ist ein sehr attraktiver Finanzplatz, und wir alle profitieren durchaus davon. Aber die Schweiz darf nicht haften für Risiken der Grossbanken. Die Führung der Grossbanken muss ihre Geschäftspolitik überdenken und Konsequenzen daraus ziehen. Wenn wir eine freiheitliche Wirtschaftsordnung wollen, müssen diejenigen, die diese Freiheit brauchen, auch mit Verantwortungsbewusstsein handeln. Manche Äusserungen aus den Chefetagen der UBS lassen leider vermuten, dass ein wirkliches Umdenken noch nicht stattgefunden hat. Es wäre aber Zeit. Denn sonst kommen weitere Regulierungen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz enorm schwächen.

Von Christine Knüsel-Moos, erschienen in der Zuger Woche vom 21. September 2011.