Für eine neue Integrationspolitik
Mittwoch, den 18. Mai 2011 um 14:32 Uhr
Von Heini Schmid, CVP Baar, Kantonsrat
Vor 40 Jahren stammten die Ausländer aus Italien resp. dem südlichen Europa. Sie kamen als Gastarbeiter, wollten ursprünglich wieder in ihre Heimat zurückgehen. Doch ihre Familien haben sich in der Zwischenzeit wirtschaftlich und sozial sehr gut in den Kanton Zug integriert und leisten ihren Beitrag an das Zusammenleben. Die Zuwanderung heute sieht anders aus: qualifizierte Arbeitskräfte aus dem angelsächsischen und deutschen Sprachraum, die für einen kurzen Aufenthalt von ihren Firmen hierher verpflanzt werden. "Neue Nomaden" eben.
Ihre Integration stellt uns vor neue Herausforderungen. Ist sie überhaupt erwünscht? Die Kinder gehen in eine internationale Schule, die Mutter hat ihren englischsprachigen Zirkel, und auch der Vater ist mehr im Ausland tätig als in Zug. Die Integrationsarbeit der Schule für Sprache und gemeinsame Werte fällt weg. Wir laufen Gefahr, in eine Vielzahl von kleinen Gruppen ohne gemeinsame Identität zu zerfallen.
Wir sollten deshalb unsere Politik vermehrt an traditionellen Einwanderungsländern ausrichten, uns positiv gegenüber der Einwanderung einstellen und sie als „neue Schweizer“ aufnehmen. In den Vereinigten Staaten z.B. identifizieren sich die Einwanderer sehr schnell mit ihrer neuen Heimat und den geltenden Grundwerten. Eine zentrale Rolle spielen die gemeinsame Schulbildung und Toleranz für den anderen. Die Einwanderer erhalten in vielen Bereichen die gleichen Rechte, z.B. in der Ausübung ihrer Religion. Toleranz heisst aber auch, dass wir die Unterstützung unserer Werte und Überzeugungen einfordern, ein Vertrag mit den Schweizer Werten also. So können wir auch in Zukunft neue Schweizer bei uns begrüssen.
Veröffentlicht im Parteienforum des Zugerbieter vom 18. Mai 2011
Veröffentlicht im Parteienforum des Zugerbieter vom 18. Mai 2011


