Neue Wohnformen für die älteren Generationen
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„Am Puls der Bevölkerung": Die CVP lud zu einem Austausch über das Thema „Alter" ein


Die Menschen werden immer älter, sie sind bis ins hohe Alter vital. Doch das stellt sie auch vor neue Fragen: Kann ich in Baar wohnen bleiben? Wo werden meine Bedürfnisse am besten erfüllt? Und schliesslich: Wie finanziere ich das?


Das Thema „Alter" bewegt, wirft Fragen auf. Das zeigte sich am letzten Donnerstag, als die CVP Baar zur Veranstaltung "Am Puls der Bevölkerung – Alter(n) in Baar" in den Martinspark lud. An die 90 Personen verfolgten interessiert die Kurzreferate von Barbara Hotz, Leiterin Fachstelle Gesundheit/Alter der Einwohnergemende Baar, Paul Langenegger, Gemeinderat und Bauchef, sowie Kurt Stadler, Gesamtleiter der Altersheime Baar. Für die anschliessende Podiumsdebatte, stiess alt Gemeindepräsident Urs Perner zur Runde. Er ist heute bei der Pro Senectute in der Weiterbildung tätig und Gründungsmitglied der CVP 60+ im Kanton Zug.


Bedürfnisse klären

Auf Anstoss der CVP Baar wurde vor wenigen Jahren eine gemeindliche Fachkommission für Altersfragen geschaffen. Um überhaupt Antworten auf die drängenden Fragen eruieren zu können, gab die Kommission eine Befragung der in Baar wohnhaften Personen über 55 Jahre in Auftrag. Die zentrale Aussage, die dabei herauskam: "Wir möchten solange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben."


Heute investieren...

Der Auftrag an den Gemeinderat war vielseitig: neue Wohnformen, neuer Wohnraum, Koordination und Information über die stationären und ambulanten, öffentlichen und privaten Pflegedienstleistungen. Barbara Hotz konnte aufzeigen, dass der letzte Punkt mit einem neuen Informationszentrum im Altersheim Bahnmatt aufgegriffen wird. Paul Langenegger erläuterte, wie der Gemeinderat aktiv wurde. Bei Baubewilligungen wird insbesondere auf behindertengerechte Ausführungen sensibilisiert. Zudem will er grosszügig in neue Wohnformen und den dafür nötigen Wohnraum investieren. Ein wichtiges Ziel ist es, dass alle Generationen miteinander leben und die älteren Menschen nicht aus dem Zentrum ausgeschlossen werden. Einen guten Zugang zum öffentlichen Verkehr und nahe Einkaufsmöglichkeiten zeichnen alle bisherigen (Bahnmatt, Martinspark, Pflegeheim) und neuen Standorte (alte Rudolf Steiner Schule, Wohnhaus in der Überbauung hello baarzug im Neufeld) aus.


...für Lebensqualität von morgen

Gewiss, dies sind grosse Investitionen, die sich aber rechnen werden. Die geplanten Vorhaben bringen die nötigen 120 Plätze für ältere Menschen, die im höherem oder geringerem Grad auf Pflege oder andere Un-terstützung angewiesen sind. Kurt Stadler sprach denn auch davon, dass man vom ursprünglichen „Altersheim" Abschied nehmen und über "Wohnen mit Service" sprechen sollte. Mit neuen Wohnformen können wir grosse Kosten im Gesundheitswesen sparen und auch die pflegenden Angehörigen entlasten. Urs Perner erhofft sich darüber hinaus, dass die Herausforderung "Alterung der Gesellschaft" nicht als Übel, sondern als Chance angesehen wird. Es werde ein engerer Austausch zwischen den Generationen und ein neuer Generationenvertrag nötig sein.

 

Und wer bezahlt?
Trotz einer gemeinsamen Herangehensweise stellte sich für viele Anwesenden schliesslich die Frage, wie man den eigenen Lebensabend finanzieren soll, insbesondere wenn man auf Pflege angewiesen ist. Kurt Stadler verwies denn auch auf die persönliche Vorsorge, und wo dies nicht reicht, auf die soziale Sicherheit im Kanton Zug, welche alle Menschen im Alter ihren Bedürfnissen entsprechend unterstützen könne. Dass dies so bleibt und auch die geplanten Vorhaben des Gemeinderats umgesetzt werden können, braucht es ein besonnenes Stimmvolk. Bereits im November wird die Baarer Bevölkerung das letzte Wort über die Bau- und Kaufpläne des Gemeinderates haben.

Wollen Sie sich verstärkt für den Generationenaustausch einsetzen und Menschen über 60 zum politischen und gesellschaftlichen Mitreden motivieren? Besuchen Sie die Veranstaltung der CVP 60+ vom 26. Mai 2011, 16.00 Uhr, Rest. Brandenberg in Zug, mit einem Impulsreferat von alt Nationalrat Felix Walker (SG).