Generationen: miteinander - nicht gegeneinander
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von Urs Perner, CVP Baar, alt Gemeindepräsident, Mitbegründer CVP 60+ des Kantons Zug


Seit es Menschen gibt, gibt es den Traum von der ewigen Jugend. Ein kleines Stück weit ist dieser Traum in Erfüllung gegangen. Im Verlauf des letzten Jahrhunderts hat sich die durchschnittliche Lebenszeit der Menschen in unseren Breitengraden um zwei Jahrzehnte verlängert. Ausserdem sind die Senioren vitaler denn je. Aber anstatt uns darüber zu freuen, beginnt ein Lamento von der überalterten Gesellschaft.

 

Überalterung, welch hässliches Wort. Zum Einen ist es gegenüber den älteren Menschen eine Frechheit, zum Anderen ist es falsch. Dahinter verbirgt sich die Vorstellung, dass die ideale Bevölkerungsstruktur wie eine Pyramide aussehen müsste mit einem breiten Fundament an Jungen und einer möglichst dünnen Spitze von Alten. So wird die Bevölkerungsstruktur in unserer Gesellschaft nie wieder aussehen. Ganz einfach darum, weil die Frauen von heute und morgen nicht mehr 10-15 Kinder haben werden. Und die Männer auch nicht. Unsere Gesellschaft ist älter geworden; das ist weder schlecht noch bedrohlich. Daraus ergeben sich natürlich neue Fragestellungen. Junge, Mittelalterliche und Alte werden gemeinsam diese Herausforderung als Chance annehmen und die Zukunft gestalten.

 

Manches ist zu überdenken. Wussten Sie, dass die Hälfte der in Pension gehenden Menschen noch gerne eine Zeitlang weiterarbeiten würde? Es sind somit Modelle zu erarbeiten, die ein flexibleres Rentenalter ermöglichen. Und ist sich die Gesellschaft bewusst, welchen Beitrag die "fitten Senioren" leisten? Als Grosseltern, als freiwillige Helfer und als nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor? Freuen wir uns doch über die gewonnene Lebenszeit – und nutzen wir sie.


Veröffentlicht im Parteienforum des Zugerbieter vom 6. April 2011.