Bildung: Wo bleibt die Strategie?
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Von Pirmin Frei, Kantonsrat CVP, Präsident Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft Zug (AWG)


An der ersten Kantonsratssitzung des neuen Jahres ereignete sich Bemerkenswertes: Das Parlament lehnte die CVP-Motion für eine Bildungsstrategie ab. Für die Strategie war einzig die geschlossene CVP-Fraktion. Aufgrund der vielen Reaktionen nach der Abstimmung ist zu schliessen, dass das Anliegen weit über die Parteigrenze hinaus Verständnis geweckt hatte, dass man es jedoch vorzog, sich parteipolitisch stramm zu zeigen. Wohlan, auch das ist Politik, wenn auch kurzsichtige!

So wird auch künftig die Bildung im Kanton Zug vom umtriebigen Baudirektor und vom fleissigen Volkswirtschaftsdirektor geprägt. Und in der Bildungsdirektion befasst man sich weiterhin mit Nebensächlichkeiten (z.B. dem Zeitpunkt der Notengebung auf der Primarstufe) oder Dingen, die niemand will (Innovationsschule). Den Ideologen an den politischen Polen kommt dies gelegen. Die Linke wird weiterhin „bildungsromantisch" heulen, die Bildung dürfe nicht „verpolitisiert" werden, und die Rechte wird volkstümlich Mundart im Kindergarten verlangen.

Wer aber, wie etwa das Baarer Gewerbe, wissen möchte, ob auf der Sekundarschulstufe im Kanton Zug eine konsequente Vorbereitung auf das Berufsleben stattfinden soll, ob und wieweit die soziale Integration in den Schulen vollzogen werden kann oder ob das Angebot internationaler Schulen im global vernetzten Kanton Zug gefördert werden soll, der kann nur noch auf die neue Bildungskommission (gutgeheissener CVP-Antrag) hoffen. Und sollte auch diese Hoffnung sterben, so wäre es an der Zeit, die alte CVP- Idee „5 statt 7 Regierungsräte" wieder einmal zu prüfen.

Veröffentlicht im Parteienforum des Zugerbieter vom 23. Februar 2011